Selbst-Check Craniomandibuläre Dysfunktion

Kiefergelenk- und Gesichtsschmerzen

Typische Beschwerden, die auf Störungen des Kauorgans zurückgeführt werden können, sind:

 

  • Kiefergelenk- und Gesichtsschmerzen
  • Behinderungen der Mundöffnung
  • Gelenkknacken
  • Kopf- und Nackenschmerzen

 

Schnell und sicher: Fragebogen zur Craniomandibulären Dysfunktion

Alle nachfolgend aufgeführten Beschwerden können ihre Ursache im Kiefergelenk, der Kaumuskulatur und den versorgenden Nerven haben! Hinzu kommt die Zahnstellung sowie so genannte Früh- oder Fehlkontakte der Zähne beim Zusammenbeißen.

  1. Beobachten Sie Knacken und/oder Schmerzen in der Kiefergelenksregion?
  2. Können Sie Ihren Mund nicht mehr richtig öffnen, weil eine „Sperre“ dies verhindert?
  3. Hakt Ihr Unterkiefer manchmal aus und haben Sie Mühe, den Mund wieder zu schließen?
  4. Haben Sie ziehende Schmerzen vor dem Ohr, in die Wange oder bis in die Schläfe?
  5. Leiden Sie unter „unerklärlichen“ Missempfindungen oder Schmerzen in den Zähnen?
  6. Wurden Ihnen wegen Zahnschmerzen Zähne entfernt, aber die Schmerzen sind geblieben?
  7. Traten nach einer Zahnentfernung erstmals Zahnschmerzen oder Schmerzen in der Wange auf?
  8. Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie keinen richtigen „Biss“ mehr finden,
    die Zähne irgendwie nicht mehr richtig aufeinander passen?
  9. Fühlt sich Ihre Wange „wie geschwollen“ an?
  10. Empfinden Sie ein Kloßgefühl im Kehlkopf, obwohl die Schilddrüse "in Ordnung" ist?
  11. Hatten Sie zuerst Probleme mit dem Kiefergelenk, die sich dann auf den Nacken ausgedehnt haben?
  12. Leiden Sie unter einem gelegentlichen Schwindelgefühl, für das es medizinisch keine Erklärung gibt?
  13. Leiden Sie unter Ohrgeräuschen?
  14. Wurde bei Ihnen eine Trigeminusneuralgie oder ein so genannter atypischer Gesichtsschmerz diagnostiziert?

Wenn Sie an mehr als drei der aufgezählten Symptome leiden, dann sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber sprechen.

Häufig bedarf es dabei der gleichzeitigen Diagnostik durch einen Neurologen und der Behandlung durch einen fachlich versierten Physiotherapeuten. In unserem Therapeutenregister finden Sie kompetente physiotherapeutische Hilfe.

Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, uns per E-Mail um Rat zu fragen.

Therapiehinweise – Behandlungsprinzipien I

Auslöser der Beschwerden sind Stellungsanomalien der Zähne, der Unterkieferposition,
der prothetischen Versorgung oder durch Überlastung. Nachfolgend sind einige Auslösemechanismen und mögliche Behandlungsansätze aufgelistet:

Auslöser: „tiefer Biss“
Therapie –> Kieferorthopädische Versorgung

Auslöser: Steilstellung im Frontzahnbereich
Therapie –> Kieferorthopädische Versorgung

Auslöser: Fehlende Zähne im Seitenzahnbereich (v. a. im Unterkiefer)
Therapie –> Kombinierte kieferorthopädische / zahnprothetische Versorgung

Auslöser: Schlecht sitzende Prothesen
Therapie –> prothetische Korrektur

Auslöser: Schlechte Haltung mit einer deutlich vorgezogenen Kopfposition (Schlüsselloch-Gucker)
Therapie –> physiotherapeutische Behandlung

Gelenkknacken mit / ohne Schmerzen:
Therapie –> Beseitigung einer Auslösesituation + Schienenbehandlung (es existieren eine große Zahl unterschiedlicher
Schienen). Wichtig ist die Erfahrung des Zahnarztes, der mit „seinem“ Schienenmodell viel Erfahrung besitzt.
Sollten Sie hier nicht weiter kommen, beraten wir Sie gern! Schicken Sie uns eine E-Mail

Kieferklemme:
Therapie –> Eine akute Kieferklemme ist eine Notfallsituation, die mit einer Kombination aus Schmerzmitteln,
Muskelentspannungsmitteln und einer Schienentherapie zur Gelenkentlastung behandelt werden sollte.
Die Physiotherapie kann von Ihrem Zahnarzt verordnet werden.

Akute Überlastungssituation durch Überdehnung des Kiefergelenkes bei zahnärztlichen Eingriffen
(z. B. Weisheitszahnextraktion)
1) Ruheschmerz: Therapie –> Analgetika
danach, wenn „nur noch“
2) Bewegungs- oder Belastungsschmerzen vorliegen: Therapie –> physiotherapeutische Behandlung
3) bei massiven Schmerzen können auch Psychopharmaka oder Opiate in niedriger Dosierung nötig werden

Traumata: Unfälle mit einem Stoß oder Schlag auf das Kinn, die zu einer Stauchung des Kiefergelenkes führen
Therapie –> Wie bei Behandlungsprinzipien II

 


 

Therapiehinweise – Behandlungsprinzipien II

Die Beschwerden stehen in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer zahnärztlichen Behandlung (Krone, Inlay, Brücke, Prothese)

Beseitigung der Auslösesituation:
zeitlich begrenzte Eingliederung einer Schiene, um den Fehlkontakt der Zähne beim Zusammenbeißen zu vermeiden. Dies stellt eine „Beruhigungsmaßnahme“ dar und führt häufig bereits zu einer Beschwerdelinderung, die nach zwei bis drei Tagen deutlich spürbar sein muss. Sollte dies nicht der Fall sein, bewährt sich in unserer Ambulanz die Kombination mit einer vorsichtigen physiotherapeutischen Dehn- und Massagebehandlung. Einen geeigneten Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Therapeutenregister.

Sollte dies nicht zu einer Besserung führen, wird diese Behandlung durch Muskelrelaxantien oder niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva ergänzt, die dann primär eine Schmerzdämpfung und Entspannung der Muskulatur bewirken. Dies erfolgt ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt oder ggf. einem in der Schmerztherapie erfahrenen Arzt. Sollte nach Weglassen der Schiene und Absetzen aller Behandlungsmaßnahmen die Beschwerden erneut auftreten, kann in seltenen Fällen eine Nachkorrektur der Zahnbehandlung notwendig werden. Wenden Sie sich als Patient bitte an Ihren behandelnden Zahnarzt.

Sollten Sie zusätzliche Fragen haben, können Sie selbstverständlich eine persönliche Anfrage an uns richten.

HINWEIS: Gelegentlich entsteht die Vermutung, dass die zahnärztliche Versorgung fehlerhaft gewesen ist, wenn danach in einem zeitlichen Zusammenhang Missempfindungen am Kauorgan auftreten. Dies ist jedoch in den seltensten Fällen richtig! Vielmehr zeigte sich in den letzen Jahren, dass es sich meist um eine besondere Sensibilität der Patienten handelt, die eine längere Gewöhungsphase mit sich bringt. Diese Gewöhungsphase kann durch eine gezielte Physiotherapie beschleunigt werden.